Druckprüfprotokoll nach DIN — Vorlage, Werte und Praxistipps
Alles zum Druckprüfprotokoll: Prüfdrücke nach DIN, Verfahren A und B, kostenlose Vorlage und typische Fehler aus der Praxis.
Kurzantwort
Ein Druckprüfprotokoll dokumentiert die Dichtheitsprüfung und Belastungsprüfung von Rohrleitungen nach DIN EN 806-4 (Trinkwasser) bzw. DIN 18380 (Heizung). Bei Verfahren A (Druckluft) gelten 150 mbar für die Dichtheit und 3 bar (≤DN50) bzw. 1 bar (>DN50) für die Belastung.
Was ist ein Druckprüfprotokoll?
Das Druckprüfprotokoll ist das offizielle Dokument, das belegt, dass eine Rohrleitung nach den geltenden Normen auf Dichtheit und Belastbarkeit geprüft wurde. Ohne dieses Protokoll gibt es keine Abnahme — so einfach ist das.
In der Praxis wird das Protokoll bei jeder Neuinstallation und nach größeren Umbauten erstellt. Es gehört zur Bauakte und ist im Streitfall Ihr wichtigstes Beweisstück.
Verfahren A oder B — was ist der Unterschied?
Verfahren A: Druckprüfung mit Druckluft oder Inertgas
Das in der Praxis am häufigsten verwendete Verfahren. Die Vorteile liegen auf der Hand: kein Wasser in der Leitung nötig, keine Frostgefahr, keine Trocknungszeit.
Prüfdrücke bei Verfahren A:
| Prüfung | Druck | Haltezeit | Kriterium |
|---|---|---|---|
| Dichtheitsprüfung | 150 mbar | 120 min | Kein messbarer Druckabfall |
| Belastungsprüfung ≤DN50 | 3 bar | 10 min | Kein messbarer Druckabfall |
| Belastungsprüfung >DN50 | 1 bar | 10 min | Kein messbarer Druckabfall |
Verfahren B: Druckprüfung mit Wasser
Wird verwendet, wenn die Leitung ohnehin befüllt werden soll oder wenn der Auftraggeber es fordert. Nachteil: Frostgefahr im Winter, Trocknungszeit bei Nichtbestehen.
Prüfdruck bei Verfahren B: 1,5-facher Betriebsdruck, mindestens 10 bar.
Schritt für Schritt: So erstellen Sie das Protokoll
- Anlage vorbereiten — Alle Leitungen verschließen, Prüfmanometer anschließen
- Dichtheitsprüfung durchführen — 150 mbar aufbauen, 120 Minuten warten
- Ergebnis dokumentieren — Druck am Anfang und Ende notieren
- Belastungsprüfung durchführen — 3 bar (bzw. 1 bar bei >DN50), 10 Minuten
- Protokoll ausfüllen — Alle Werte, Datum, Prüfer, Ergebnis eintragen
- Unterschriften — Prüfer und Auftraggeber unterschreiben
Typische Fehler aus der Praxis
Aus der täglichen Arbeit auf Baustellen sehen wir immer wieder dieselben Fehler:
- Temperaturausgleich vergessen: Bei Druckluft dehnt sich die Luft bei Temperaturschwankungen aus. Vor der Messung mindestens 30 Minuten Temperaturausgleich einplanen.
- Undichte Verschlüsse: Die häufigste Ursache für Druckabfall sind nicht die Leitungen, sondern die Blindkappen und Prüfanschlüsse.
- Protokoll nicht vollständig: Fehlende Angaben (Projektnummer, Gebäudeteil, verwendetes Verfahren) führen zu Nachfragen bei der Abnahme.
Kostenloser Druckprüf-Rechner
Sie wollen die richtigen Prüfdrücke für Ihre Nennweite schnell ermitteln? Nutzen Sie unseren Druckprüf-Rechner — DN eingeben, Werte ablesen.
Rothenberger RP PRO III Prüfpumpe
Elektrische Prüfpumpe bis 40 bar — für die tägliche Druckprüfung auf der Baustelle.
Werbung
Quellen
- DIN EN 806-4: Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen — Nummer und Titel (Inhalte urheberrechtlich geschützt, Beuth-Verlag)
- DIN 18380: VOB Teil C — Heizungsanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen
- ZVSHK Formularmuster Druckprobe